For­mel­samm­lung

In meh­re­ren Bei­trä­gen habe ich For­meln benutzt und sie manch­mal auch erklärt oder auf wei­ter­ge­hen­de Erklä­run­gen andern­orts ver­wie­sen. Man­che die­ser For­meln brau­che ich immer wie­der mal und muß sie mit­un­ter selbst wie­der her­aus­su­chen, weil ich mir lei­der vie­les nicht mer­ken kann.

Mit die­ser Sei­te will ich nun eine zen­tra­le For­mel­samm­lung erstel­len, auf die ich bei Bedarf immer wie­der ver­wei­sen kann. Das bedeu­tet, daß die­se Sei­te lebt und bei Bedarf upge­da­ted wird. Ich star­te mit copy&paste, also bit­te nicht wun­dern, wenn hier Tei­le aus frü­he­ren Bei­trä­gen auf­tau­chen. Das soll so sein und ich wer­de auch nicht die alten Bei­trä­ge dahin­ge­hend ver­än­dern, daß sie nun auf die­se For­mel­samm­lung verweisen.

Hin­weis: Wenn For­meln nume­riert sind, star­tet die­se Nume­rie­rung bei jedem Kapi­tel von vor­ne. Das erleich­tert mir das hin- und her­schie­ben der Kapi­tel.
Update: Die Idee ist Mist! Ich habe jetzt doch alles von oben nach unten durch­num­me­riert, dann kann ich leich­ter auf eine For­mel ver­wei­sen. Bei Ver­wei­sen füge ich dann ein # vor der Zahl ein, damit ich die Stel­len bes­ser fin­den kann.

Kon­ven­tio­nen bei der kom­ple­xen Wechselstromrechnung

Hier eine kur­ze Auf­li­stung der übli­cher­wei­se ver­wen­de­ten Bezeich­nun­gen, in Klam­mern die eng­li­schen Begrif­fe, die einem ja auch immer wie­der mal begegnen.

Ima­gi­nä­re Einheit


[1]

j ist die ima­gi­nä­re Ein­heit (ima­gi­na­ry unit). Um Ver­wechs­lun­gen mit der Strom­stär­ke zu ver­mei­den, wird die ima­gi­nä­re Ein­heit (anders als in der Mathe­ma­tik und der Phy­sik) in der Elek­tro­tech­nik übli­cher­wei­se mit „j“ statt mit „i“ gekennzeichnet.

Impe­danz


[2]

Z ist der kom­ple­xe Wider­stand, die Impe­danz (impe­dance). Sein Real­teil R ist der reel­le Wirk­wider­stand (resi­stance) und sein Ima­gi­när­teil X ist der Blind­wi­der­stand (reac­tance). Als Kom­po­nen­te einer kom­ple­xen Zahl ist auch X selbst eine reel­le Zahl. Der Kehr­wert der Impe­danz ist der kom­ple­xe Leit­wert, die Admit­tanz Y.

Schein­wi­der­stand


[3]

Der Betrag der Impe­danz ist der Scheinwiderstand.

Admit­tanz


[4]

Y ist der kom­ple­xe Leit­wert, die Admit­tanz (admit­tance). Sein Real­teil G ist der reel­le Wirk­leit­wert (con­duc­tance) und sein Ima­gi­när­teil B ist der Blind­leit­wert (sus­cep­tance). Als Kom­po­nen­te einer kom­ple­xen Zahl ist auch B eine reel­le Zahl. Der Kehr­wert der Admit­tanz ist die kom­ple­xe Impe­danz Z.

Schein­leit­wert


[5]

Der Betrag der Admit­tanz ist der Scheinleitwert.

Genau­so wie bei Wider­stands­netz­wer­ken unter Gleich­span­nung addie­ren sich auch bei Wech­sel­span­nung die Impe­dan­zen, wenn kom­plex­wer­ti­ge Wider­stän­de in Serie geschal­tet wer­den. Bei par­al­lel­ge­schal­te­ten Ele­men­ten addie­ren sich ihre Admittanzen.

Iden­ti­tä­ten

Durch Umfor­men der oben genann­ten Glei­chun­gen unter Anwen­dung der Rechen­re­geln für kom­ple­xe Zah­len erge­ben sich fol­gen­de Identitäten:


Wirk­wider­stand

[6]


Wirk­leit­wert

[7]


Blind­wi­der­stand

[8]


Blind­leit­wert

[9]

Das Smith-Dia­gramm

Das Smith-Dia­gramm zeigt den kom­ple­xen Refle­xi­ons­fak­tor Gam­ma (Γ). Gam­ma ist defi­niert als das Ver­hält­nis der kom­ple­xen rück­lau­fen­den zur kom­ple­xen vor­lau­fen­den Spannung:

[10]

Der kom­ple­xe Refle­xi­ons­fak­tor Gam­ma ist damit genau das, was ein vek­to­ri­el­ler Netz­werk­ana­ly­sa­tor als s11-Para­me­ter misst. Die Wech­sel­span­nun­gen kön­nen als kom­ple­xe Grö­ßen geschrie­ben werden:

[11]

Das Dach (Zir­kum­flex) bezeich­net dabei die Ampli­tu­de der jewei­li­gen Span­nung, ω die Kreis­fre­quenz, t den Zeit­punkt und φ die Pha­sen­ver­schie­bung bei­der Signa­le. Bei­de Kreis­fre­quen­zen sind not­wen­di­ger­wei­se gleich, denn bei der Refle­xi­on tritt kei­ne Fre­quenz­än­de­rung auf. Damit kür­zen sich bei der Divi­si­on zwei Ter­me im Zäh­ler und Nen­ner und Gam­ma errech­net sich zu:

[12]

Mit Hil­fe der Euler­schen For­mel wird daraus:

[13]

Damit ist Gam­ma eine „ganz gewöhn­li­che“ kom­ple­xe Zahl im Ein­heits­kreis der kom­ple­xen Zah­len­ebe­ne, wie im oben ver­link­ten Wiki­pe­dia-Arti­kel gezeigt wird. Das Smith-Dia­gramm stellt in die­sem Ein­heits­kreis die Refle­xi­ons­fak­to­ren dar. Das Smith-Dia­gramm zeigt also die Reflexionsfaktorebene.

Der Refle­xi­ons­fak­tor Gam­ma lässt sich auch aus den Impe­dan­zen berech­nen. Damit wer­den die Impe­dan­zen aus der kar­the­si­schen Impe­danz­ebe­ne in die pola­re Refle­xi­ons­fak­tor­ebe­ne transformiert:

[14]

Die­se Trans­for­ma­ti­on ist bili­ne­ar. Aus der Refle­xi­ons­fak­tor­ebe­ne kann man auch wie­der die Impe­danz berechnen:

[15]

Das Smith-Dia­gramm wird kon­stru­iert, indem man den Refle­xi­ons­fak­tor Gam­ma im kar­the­si­schen Koor­di­na­ten­sy­stem dar­stellt. Als Beschrif­tung wird dann aber nor­ma­ler­wei­se die ein­deu­tig zu jedem Gam­ma gehö­ren­de Last­im­pe­danz ZL gezeigt, die sich aus [#15] errechnet.

Das Steh­wel­len­ver­hält­nis

Das Steh­wel­len­ver­hält­nis errech­net sich aus dem Betrag des kom­ple­xen Reflexionsfaktors:

[16]

Damit wird das Steh­wel­len­ver­hält­nis zu einer reel­len Zahl, der die Pha­sen­in­for­ma­ti­on fehlt. Durch ein­fa­che Umfor­mung kann man aus dem Steh­wel­len­ver­hält­nis auch den Betrag des Refle­xi­ons­fak­tors berechnen:

[17]

Alle Punk­te glei­chen Steh­wel­len­ver­hält­nis­ses lie­gen im Smith-Dia­gramm auf kon­zen­tri­schen Krei­sen um des­sen Mittelpunkt.

Aus [#10] und [#16] ergibt sich auch fol­gen­der Zusammenhang:

[18]

[19]

Sie­he auch: Wiki­pe­dia.

Güte

Als Güte Q einer rea­len und ver­lust­be­haf­te­ten Impe­danz (Spu­le oder Kon­den­sa­tor) bezeich­net man den Quo­ti­en­ten ihres Blind­wi­der­stan­des und ihres Wirkwiderstandes.


[20]

Da der Blind­wi­der­stand X fre­quenz­ab­hän­gig ist, ist auch die Güte frequenzabhängig.

Die Güte Q eines Schwing­krei­ses im Reso­nanz­fall errech­net sich aus der Güte QC des Kon­den­sa­tors und der Güte QL der Spu­le nach fol­gen­der Formel:

Schwing­kreis­gü­te


[21]

Übli­cher­wei­se ist die Güte des Kon­den­sa­tors eines Schwing­krei­ses deut­lich höher, als die Güte der Spu­le. Dann nähert sich die Gesamt­gü­te Q der Güte der Spu­le QL an. Typi­sche Wer­te für QC lie­gen in der Grö­ßen­ord­nung 1000, wäh­rend typi­sche Spu­len­gü­ten QL bei 100 liegen.