Ferrex 20V/40V Akku-Adapter

Die Idee

Mei­ne Frau sagt immer, ich soll mehr ent­span­nen. Daher habe ich nun zur Ent­span­nung mal ein wei­te­res Kiki-Pro­jekt gestar­tet, einen Adap­ter für die 20V/40V-„ACTIV ENERGY“ Akkus, die in den Akku-Gerä­ten der Mar­ke „FERREX“ ein­ge­setzt werden.

Ein neu­er Rasenmäher

Das Pro­jekt nahm sei­nen Anfang, als unser alter Akku-Rasen­mä­her kaputt­ging. Er hat­te einen 120V-Akku (!), der nicht mehr gefer­tigt wird und für den es somit kei­nen Ersatz mehr gab. Ich ver­mu­te Pro­blem mit den diver­sen Nie­der­span­nungs-Richt­li­ni­en, denn 120V sind nicht mehr ganz harm­los. Eine Feh­ler­ana­ly­se ergab, daß eine der 30 in Serie geschal­te­ten 18650-Zel­len einen Kurz­schluss hat­te und damit ließ sich der gan­ze Akku nicht mehr laden.

Zufäl­lig gab’s bei Aldi gera­de einen neu­en Rasen­mä­her mit den 20/40-V-Akkus und so haben wir zuge­schla­gen. Bis­her ver­wen­de ich für fast alle Akku­werk­zeu­ge die Parks­ide 20-V-Akkus, aber den neu­en 40-V-Akkus konn­te ich nicht wider­ste­hen. Ihr Vor­teil ist die gut hand­hab­ba­re unge­fähr­li­che Span­nung und halb so gro­ße Strom­stär­ke bei glei­cher Leistung.

Wozu das Ganze?

Mein Ziel ist der Betrieb eines IC7300 aus einem oder zwei die­ser Akkus. Bei 100 W Sen­de­lei­stung zieht er immer­hin 16A aus der 12V Ver­sor­gung, also nahe­zu 200 Watt. Bei 20 V wären das 10 A, bei einem 40-V-Akku nur 5 A. Zwei 40-V-Akkus kön­nen auch par­al­lel­ge­schal­tet wer­den, wie es bei Lithi­um-Akkus üblich ist. Damit sinkt die Strom­stär­ke wei­ter auf 2,5 A, zumin­dest wenn die Akkus in etwa den glei­chen Lade­stand haben. Das ist ein Argu­ment, zumal die Strom­auf­nah­me wegen des begrenz­ten Wir­kungs­grads des Span­nungs­wand­lers noch etwas höher lie­gen dürfte.

Wenn zwei Akkus ver­wen­det wer­den, wür­de ich sie jeweils über eine Schott­ky­di­ode mit dem Span­nungs­wand­ler ver­bin­den, damit sie sich nicht gegen­sei­tig laden oder ent­la­den, falls der Lade­stand sehr unter­schied­lich ist. Der Ein­satz zwei­er Akkus hät­te den Vor­teil, das man unter­bre­chungs­frei einen der bei­den tau­schen kann.

Das Pro­jekt

Hier die 3D-Ansicht des Prototypen:

Die Schal­tung

Die Schal­tung ist tri­vi­al. Als Kon­takt­zun­gen für den Akku die­nen Flach­stecker für Print­mon­ta­ge aus Mes­sing, es ist eine rück­stel­len­de Poly­mer-Siche­rung ein­ge­baut, 3,75 A beim Pro­to­ty­pen und für den Anschluß eines Kabels ist eine XT30-Buch­se vor­ge­se­hen. Die Aus­frä­sung in der Lei­ter­plat­te dient zum Ein­ra­sten des Akkus. Der mitt­le­re Flach­stecker darf nicht bestückt wer­den. Es sind in Wirk­lich­keit zwei Kon­tak­te, die mit T und ID bezeich­net sind. Ihre Funk­ti­on ist nicht ohne wei­te­res ersicht­lich. Ich tip­pe auf einen Tem­pe­ra­tur­sen­sor T und ein Signal zur Iden­ti­fi­ka­ti­on des Akku­typs. Sie sind für den Nor­mal­be­trieb offen­sicht­lich nicht not­wen­dig, könn­ten aber Not­si­gna­le bei zu hohem Strom oder zu hoher Tem­pe­ra­tur abge­ben. Pro­ce­ed at your own risk! Der 20-V-Akku hat die­se bei­den Signa­le übri­gens auch, aber ihm fehlt der Kon­takt B2-.

Hier das KiCad-Pro­jekt inclu­si­ve der 3D-Model­le, soweit vorhanden:

Der Akkuh­al­ter

Der Akkuh­al­ter ist mit dem 3D-Drucker gedruckt. Ich habe PLA-Fila­ment mit Car­bon­fa­sern ver­wen­det, in der Hoff­nung, daß es dadurch etwas sta­bi­ler wird. Es macht jeden­falls einen sta­bi­len Ein­druck. Hier ist das Free­Cad-Pro­jekt für den Hal­ter und das erzeug­te 3mf-File:

Span­nungs­wand­ler

Als Span­nungs­wand­ler habe ich einen „DC/DC Span­nungs­wand­ler Span­nungs­reg­ler Modul Step Down Buck 30–90V auf 12V 1–30A“ vor­ge­se­hen. Er ver­trägt 30–90 V Ein­gangs­span­nung und ist damit für den 40-V-Akku in allen Gren­zen von „voll“ bis „leer“ mit aus­rei­chen­den Reser­ven geeig­net. Erste Ver­su­che haben gezeigt, daß er sogar mit einem voll­ge­la­de­nen 20-V-Akku funk­tio­niert, was frei­lich außer­halb sei­ner Spe­zi­fi­ka­ti­on ist. Wenn der mehr oder weni­ger ent­la­den ist, bei­spiels­wei­se auf 15 V, wird das auch nicht mehr funktionieren.

Bei 130 W Last auf der 12-V-Sei­te wird der Span­nungs­wand­ler nach einer guten hal­ben Stun­de kaum hand­warm. Danach war der Akku leer und hat offen­sicht­lich auto­ma­tisch abge­schal­tet. Die ver­wen­de­te Siche­rung ist für 3,75 A Dau­er­strom aus­ge­legt, was der Grund für die Wahl der 130-W-Last war. Der Akku­strom­stär­ke lag zum Start des Tests bei 3,5 A, was 140 W Ein­gangs­lei­stung ent­spricht. Wegen des kon­ti­nu­ier­li­chen Abfalls der Akku­span­nung beim Ent­la­den, steigt die Strom­stär­ke im Test­ver­lauf und könn­te dann die Siche­rung auslösen.

Das Stör­spek­trum

Wegen des beab­sich­tig­ten Betriebs eines KW-Funk­ge­räts ist natür­lich das Stör­spek­trum des Wand­lers von beson­de­rer Bedeu­tung. Ich habe daher einen pas­sen­den Ring­kern mit 8 Win­dun­gen Draht bewickelt und ihn über die posi­ti­ve Zulei­tung der Aus­gangs­sei­te gezo­gen. Am Spek­trum­ana­ly­sa­tor zei­gen sich fol­gen­de Schmut­ze­lei­en abhän­gig von der Last und dem Frequenzbereich:

Am wich­tig­sten für den nor­ma­len Emp­fangs­be­trieb ist die Stör­strah­lung bei 20 W Last, denn das ist unge­fähr die Lei­stungs­auf­nah­me des IC7300. Das Stör­spek­trum liegt im Wesent­li­chen unter­halb von 1 MHz. Dort wird man sicher­lich hier und da Pfeif­stel­len beob­ach­ten. In den KW-Ama­teur­funk­be­rei­chen sind glück­li­cher­wei­se kaum Stö­run­gen zu erwar­ten. Im Sen­de­be­trieb, hier bei 80 Watt Ein­gangs­lei­stung, gehen die Stö­run­gen wei­ter zurück. Damit soll­te man arbei­ten können.