Auch wenn ich erst kürzlich ein neues Relaistreiber-Board vorgestellt habe, musste nun eine weitere Revision folgen. Der Grund ist, daß ich die Versorgungsspannung erhöhen will.
Das Problem mit der Versorgungsspannung
Die Außengeräte, z.Zt. nur ein Antennenumschalter und ein Antennentuner, werden vom Shack aus mit ihrer Betriebsspannung versorgt. Das geschieht über preiswerte CAT5-Kabel mit vier paarweise verdrillten Adern. Eines dieser Paare überträgt die Daten über eine bidirektionale RS485-Schnittstelle und ein weiteres Adernpaar überträgt die Versorgungsspannung. Es bleiben also zwei Paare ungenutzt als Reserve.
Bisher werden die außenseitigen Geräte mit 12 VDC versorgt. Das funktioniert auch ganz gut. Es kommen an den Modulen etwas über 11 Volt an, weil eine in Flußrichtung gepolte Schottky-Diode als Verpolungsschutz eingebaut ist und weil ein paar Millivolt an den Leitungen abfallen. Das reicht, um ein 12-V-Relais zu schalten, aber eleganter wäre es natürlich, wenn die Betriebsspannung direkt im Modul erzeugt würde. Das CPU-Board hatte ich beim letzten Redesign schon mit einem Schaltregler ausgestattet, so daß es problemlos mit Spannungen bis 30 V betrieben werden kann, mit einem kleinen Umbau auch mehr.
Als weiterer Anstoß für eine Überarbeitung des Treiber-Boards kam nun hinzu, daß ich die für einen neuen Antennenumschalter vorgesehenen bistabilen Relais nur in der 24-V-Variante bekomme. So fiel die Entscheidung, die Versorgungsspannung soweit zu erhöhen, daß lokal im Modul eine Spannung von bis zu 24 V erzeugt werden kann. Dann kann man einen SimpleSwitcher von TI im SOT-23-Gehäuse als Buck-Konverter einsetzen. Die ursprüngliche Idee, wegen der Verfügbarkeit geeigneter Steckernetzteile gleich auf 36 V zu gehen, habe ich wieder verworfen. Es ist mir zu nahe an der Spannungsfestigkeit der verbauten Abblockkondensatoren (50 V). Als Zwischenwert bieten sich 28 V an, wofür es auch passende Steckernetzteile gibt, wenn auch mit geringerer Auswahl. 28 V reichen auch völlig, um 24 V oder jede andere niedrigere Spannung zu generieren.
Das neue Design
Hier zunächst der Schaltplan:
…und hier das gesamte KiCad-Projekt.
Die 3D-Vorschau zeigt, wie die fertigen Module aussehen sollen:


Gefertigt wird wieder bei JLCPCB in China, 10 Module für weniger als 100 Euro. Allerdings wird nur die Unterseite bestückt, die Oberseite und die Stiftleisten muß ich selber auflöten.
Kurzbeschreibung
Als Schaltregler wird ein TI SimpleSwitcher vom Typ LMR16006X eingesetzt. Sein etwas höher getakteter Bruder mit Y‑Suffix wird bereits im CPU-Board verwendet. Die Y‑Variante ist aber eigentlich ab 24 V nicht mehr verwendbar, daher habe ich mich hier für die X‑Variante entschieden. Das eingebaute Widerstandsnetzwerk erzeugt 12 V, wenn man R11 entfernt, werden 24 V generiert. Andere Spannungen erfordern die Bestückung passender Widerstände auf der Oberseite (R17 und R18). 300 mA sollten dauerhaft entnommen werden können. Der Schaltregler könnte auch 600 mA liefern, dafür ist aber die Speicherdrossel etwas unterdimensioniert. Kurzzeitig geht es dennoch, aber im Dauerbetrieb wird die Drossel dann zu warm.
Der Glättungskondensator C10 ist ein Tantalkondensator, der manuell auf der Oberseite aufgelötet wird. Hier ist das übliche „Voltage Derating“ zu beachten. Tantalkondensatoren dürfen nur langsam auf ihre maximal zulässige Betriebsspannung aufgeladen werden, sonst werden sie zerstört. Die im Schaltplan angegebenen 35 V reichen nicht aus, wenn 24 V erzeugt werden (durch eigene Versuche erhärtet). Die Spannungsfestigkeit sollte mindestens doppelt so hoch sein, wie die generierte Spannung (50% voltage derating). Bei 24 V muß also zwingend ein 50-V-Typ eingesetzt werden.
Anders als bei der vorherigen Version wurde diesmal ein TBD62083A im SSOP-18-Gehäuse als low-side-Treiber eingesetzt. Das lag einfach daran, daß der ULN2803 im QFN-Gehäuse beim Leiterplattenhersteller JLCPCB gerade nicht verfügbar war.
Als Schutzdiode gegen Überspannungen wurde eine SMBJ36A eingesetzt. Sie wird laut Datenblatt bei mindestens 40V leitend, wäre also für ein 36-V-Netzteil mit 10% Toleranz geeignet. Im CPU-Board ist ein SMBJ28A verbaut, der bei mehr als 28 V Versorgungsspannung getauscht werden müsste. Auch das ist ein Grund, bei 28 V zu bleiben.
Dieser Relaistreiber ist inzwischen auf einem Antennenumschalter in Betrieb, der die oben erwähnten 24-V-Relais verwendet. Das Projekt werde ich in Kürze beschreiben.














